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Verein AVP

Akzeptanz Vertrauen Perspektive

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Der Verein AVP (Akzeptanz Vertrauen Perspektive e.V.) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Förderung der Integration russischsprachiger Jugendlicher und Heranwachsender in Deutschland einsetzt. Der Verein ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe nach §75 KJHG.
Der AVP ist ein Zusammenschluss von Akteuren und Multiplikatoren aus verschiedenen Bereichen und Arbeitsfeldern und versteht sich als eine landesweite Plattform, über die eine Kompetenzvermittlung und der Erfahrungsaustausch zwischen den Einrichtungen und Akteuren der Jugendarbeit gewährleistet wird.

Kompetenzen

Der Verein AVP: Bündelung von Kompetenzen
In Deutschland gibt es eine große Vielfalt kompetenten Fachpersonals aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Dieses Potential bleibt aus Mangel an beruflichen Möglichkeiten bislang weitgehend ungenutzt. Auf diese Kompetenzen greift die AVP zurück. Der Verein AVP versteht sich als ein Pool von Fachkräften, Know-how und Erfahrungen, die für die Integration der russischsprachigen Jugendlichen erforderlich ist.

In dem Verein bündeln wir die jeweils erforderlichen Kompetenzen, um effizient und zielorientiert zu Problemlösungen zu gelangen. Unsere Kompetenzfelder sind:

• Kulturspezifische und Sprachkompetenz: Im Verein sind deutsch-russischsprachige wie auch deutsche Akteure vertreten, so dass der Zugang zu allen Beteiligten gewährleistet ist. Die Sprachkompetenz ist zwar ein entscheidender Faktor, noch wichtiger ist allerdings die Kenntnis der besonderen Lebenssituation und Einstellung der Jugendlichen aufgrund eigener erlebter Erfahrungen.

• Fachliche Kompetenz: Die Sozialpädagogen und Sozialarbeiter verfügen über vieljährige Erfahrungen in der Jugendarbeit.

• Medienkompetenz: In dem Verein ist sowohl journalistische wie auch technische und künstlerische Kompetenz im Bereich Medien vertreten; fast alle Akteure verfügen zudem über Erfahrungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Nur mit der entsprechenden zielgruppenorientierten „Vermarktung“ der Angebote werden diese auch tatsächlich genutzt.

• Betriebswirtschaftliche Kompetenz: Idealismus und Engagement sind zwar wichtige Motivatoren, aber allein nicht ausreichend, um effiziente Maßnahmen zu entwickeln. Auch soziale Aktivitäten „müssen sich rechnen“. Da sich viele Träger die sozialen und kulturellen Angebote schlicht nicht mehr „leisten“ können, sind betriebswirtschaftlich orientierte Modelle und alternative Finanzierungsmöglichkeiten (Sponsoring, Fundraising) erforderlich.

• Künstlerische Kompetenz: Die Angebotsvielfalt und –attraktivität ist letztendlich entscheidend dafür, ob die Jugendlichen erreicht werden können. Sie werden über ihre künstlerischen Fähigkeiten und Interessen angesprochen.

Problemhintergrund

Die Übersiedlung nach Deutschland bedeutet für die Zuwanderer, vor allem für junge Menschen, eine extreme Stresssituation. Die Motivation, das gewohnte und vertraute soziale und kulturelle Umfeld aufzugeben, wird in erster Linie von der Hoffnung der Eltern getragen, sich in dem neuen Land sozial und ökonomisch zu verbessern. So stellt sich die Übersiedlung für die Jugendlichen in erster Linie als ein Verlust dar.
Diese negativ geprägte Situation wird durch die Enttäuschung verstärkt, die sich unmittelbar nach der Ankunft im neuen Land einstellt: die Wohnsituation und Fremdheit. Mangelnde Sprachkenntnisse erschweren die Kontaktaufnahme mit anderen Jugendlichen. Auch die Eltern sind damit überfordert, alte wie neue Werte zu vermitteln, so dass das Neue fremd bleibt und die anfängliche Desorientierung sich nicht legt, sondern im Gegenteil zu einem Rückzug führt. Hinzu kommt, dass die Last der behördlichen Vorgänge meist von den jungen Zuwanderern getragen wird. Diese ersten Erfahrungen prägen als tiefgreifende Eindrücke die Einstellung der Jugendlichen und sind für spätere Verhaltensmuster richtungsweisend.
Aufgrund dieser Umstände beginnt die Abkapselung der Jugendlichen bereits in den Übergangswohnheimen, wo die Neuankömmlinge Anerkennung und Verständnis nur bei Gleichgesinnten finden. Dort werden sie von Gruppenstrukturen „aufgefangen“, in denen sie fast ausschließlich ihre Freizeit verbringen. Diese Gruppenstrukturen sind durch starke Hierarchien geprägt, die sich nach körperlicher Überlegenheit oder Alter richten. Die Verhaltensmuster in diesen informellen Gruppierungen sind in vielen Fällen durch Macho-Verhalten, hohe Gewaltbereitschaft, starke Anfälligkeit für Drogenkonsum und eine Missachtung des Rechts- und Ordnungssystems geprägt. In einigen Fällen führt dies in die Kriminalität.
Diese Entwicklungen wirken sich unmittelbar als große Belastungen für die Kommunen aus, die mit der Situation überfordert sind. Ihnen fehlt der Zugang zu dieser Zielgruppe. Die Streichung von Mitteln in der Jugend- und Sozialarbeit verschärft die Problemlage. Aus Mangel an geeigneten Integrationsansätzen ist eine hohe Konzentration von Zuwanderern in Städten bzw. Stadtteilen immer noch negativ besetzt, der rufschädigende Begriff „Gettoisierung“ findet hartnäckig Verwendung. Auch wird ein hoher Ausländeranteil nach wie vor mit Kriminalität assoziiert. Die Einwanderer nicht als Problem- sondern als Potentialfaktoren zu betrachten, ist längst überfällig und bedeutet, offensiv auf diese Menschen zuzugehen und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Wir möchten mit unserer Projektarbeit in erster Linie die Kommunen darin unterstützen, geeignete und effiziente Ansätze einer offensiven Integrationspolitik zu entwickeln.

Arbeitsmethode

Im Rahmen eines Drei-Stufen-Modells kommen verschiedene pädagogische Ansätze zum Einsatz:

Aufsuchende Jugendarbeit, Streetworking und mobile Jugendarbeit
Diese Methode zielt in erster Linie darauf ab, entgegen der „Komm-Struktur“ auf die Jugendlichen zuzugehen. Im ersten Schritt gilt es, die Aufenthaltsorte der Gruppierungen festzustellen und Kontakt zu den Gruppenanführern und Einzelpersonen aufzubauen. Erst durch vertrauensbildende Maßnahmen können die Bedürfnisse und besonderen Probleme der Betroffenen kennen gelernt werden, um entsprechende individuelle oder gruppenorientierte Hilfen und Beratungsangebote zu entwickeln oder vermitteln.

Einzelhilfe
Ein wichtiger Ansatz besteht auch darin, Beziehungen zu einzelnen Jugendlichen aufzubauen, die nicht über die Gruppe erreichbar sind. Gegebenenfalls ist die Kontaktaufnahme mit Eltern, Lehrern oder anderen Ansprechpartnern aus ihrem Umfeld erforderlich, um die Lebenssituation einschätzen zu können.

Soziale Gruppenarbeit
In der sozialen Gruppenarbeit werden über die Reflexion von Werten und Verhaltensweisen Lernprozesse initiiert. Über das unmittelbare persönliche Erfahren von z.B. Solidarität und Gemeinschaftsgefühl, das Kennen lernen von Stärken und Schwächen, der Grenzen und Möglichkeiten der eigenen Person sowie der Gruppe werden alternative Denk- und Handlungsmuster eingeübt.

Erlebnispädagogik
Durch lebendige, erfahrungsreiche Lernansätze entdecken die Jugendlichen ihre Talente. Dies sind v.a. Angebote in den Bereichen Medien, Musik, Handwerk, Sport, Fotografie, Kunst, Theater u.a.m.
Durch die Anwendung von unterschiedlichen sozialpädagogischen und kulturellbezogenen Methoden in der Erziehungsarbeit wird bei den Jugendlichen die Aneignung individueller Handlungskompetenzen zur eigenverantwortlichen Entscheidungskompetenz und Lebensführung unterstützt. Die hier aufgeführten Methoden sind die wesentlichen Ansätze, sie werden jedoch im Verlaufe der Projektarbeit um weitere Ansätze ergänzt.

Drei-Stufen-Modell

Kontaktaufbau und Vertrauensbildung
Bevor den russischsprachigen Jugendlichen die Freizeitmöglichkeiten zugänglich gemacht werden können, ist eine intensive „Vorarbeit“ erforderlich. Der erste Schritt, der vertrauensbildende Prozess, ist der entscheidende. Hier kommt es auf einen sensiblen Umgang mit den Jugendlichen an. Dies erfordert umfassende Kenntnisse der Lebenssituation. Auch wenn der Großteil der Jugendlichen über Deutschkenntnisse verfügt, ist die Verständigung in der Muttersprache wesentlich für den vertrauensvollen Umgang. Die russischsprachigen Jugendlichen werden zunächst von den „eigenen Leuten“ in ihrer eigenen Umgebung aufgesucht und dort bei ihren Problemen abgeholt.

Gestaltung von Angeboten
In der Gruppe und mit Einzelpersonen werden die gemeinsamen und individuellen Probleme, Bedürfnisse und Wünsche geklärt, um darauf aufbauend Freizeitangebote zu entwickeln. Die Angebote richten sich explizit an unsere Zielgruppe und werden innerhalb bestehender Einrichtungen und Initiativen installiert. Zum Beispiel. könnte einmal wöchentlich in einem Jugendzentrum ein „Jugend-Club“ für die russischsprachigen Jugendlichen angeboten werden. Auf diese Weise lernen sie die Einrichtungen und Initiativen kennen und kommen zunächst indirekt mit anderen Jugendlichen in Kontakt.

Integration in die Angebote
Im dritten Schritt erfolgt eine Öffnung der Gruppenstrukturen. Die Jugend-Clubs werden weiterhin durchgeführt. Jedoch werden die russischsprachigen Jugendlichen dazu animiert, auch an den anderen Angeboten teilzunehmen bzw. können gemeinsam neue Aktivitäten gestaltet werden. Die russischsprachigen Jugendlichen können ihre Ergebnisse (künstlerische Arbeiten, Akrobatik, Musik etc.) den anderen Jugendlichen präsentieren. Hierüber wächst nicht nur ihr Selbstwertgefühl, sondern auch die Anerkennung durch die anderen. Die Betreuer müssen jedoch verstärkt darauf achten, dass sich die Gruppenstrukturen nicht verfestigen und Bandenkonflikte entstehen. So sollte der Austausch frühzeitig stattfinden.

Bei Bedarf erhalten Sie unsere Satzung im PDF-Format unter folgendem Link:

SATZUNG

 Hier ist der aktuelle Flyer unseres Vereins:

FLYER

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