Meerbusch
Mittwoch, den 06. Januar 2010 um 15:41 Uhr
Das Stadtprojekt in Meerbusch
Im Stadtprojekt Meerbusch arbeiten wir eng mit kommunalen Einrichtungen und Initiativen der Jugendarbeit zusammen. In Kooperation mit städtischen Jugendfreizeiteinrichtungen, kirchlichen Initiativen, freien Trägern und privatwirtschaftlichen Organisationen wird eine spezifische, der Lage vor Ort angepasste Konzeption entwickelt.Wir bieten:
• Bedarfsanalyse oder
• Sozialraumanalyse (in Zusammenarbeit mit der FH Düsseldorf)
Die Bedarfsanalyse geht der Gestaltung der Angebote und Durchführung des 3-Stufen Modells voran und beinhaltet:
1. Kurzfristig durchgeführte Ermittlungsarbeit, um den strukturellen Ist-Zustand festzustellen.
• Was ist vorhanden an Einrichtungen und Trägern der Jugendhilfe?
• Wo liegen institutionelle Verantwortlichkeit und Zuständigkeit?
2. Kurzfristig durchgeführte Ermittlungsarbeit, um den Ist-Zustand bei der Zielgruppe festzustellen:
• Wie ist die Gruppenstruktur aufgebaut?
• Liegt eine hierarchische Ordnung vor?
• Welche Probleme gibt es im Umfeld der Gruppe? Gibt es Anzeichen für kriminelle Tendenzen?
Aus den Erkenntnissen der Bedarfsanalyse entwickeln wir:
• Passgenaue Konzepte für die gegebenen Situationen und Problemlagen vor Ort.
• Die sozialpädagogische Arbeit: das 3-Stufen Modell.
Für umfassendere Kenntnisse der räumlichen und Klientel bezogenen Lage vor Ort kann eine Sozialraumanalyse durchgeführt werden. Die Sozialraumanalyse liefert Erkenntnisse über:
1. den Raum und das Raumverhalten der Zielgruppe.
2. die Lebenswelt der russischsprachigen Jugendlichen und Heranwachsenden.
3. die Lebenssituation, das sind die strukturellen Bedingungen im Umfeld unseres Klientels.
Die Sozialraumanalyse findet in einem Zeitrahmen von sechs Monaten statt und wird in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaft, verwirklicht.
AVP Jugendarbeit: Das 3-Stufen Modell: Kontaktarbeit - Vertrauensbildung - Öffnung
Kontaktarbeit
Der erste Schritt, der vertrauensbildende Prozess, ist entscheidend. Hier kommt es auf einen sensiblen Umgang mit den Jugendlichen an. Auch wenn der Großteil der Jugendlichen über Deutschkenntnisse verfügt, ist die Verständigung in der Muttersprache wesentlich für den vertrauensvollen Umgang. Die russischsprachigen Jugendlichen werden zunächst von den „eigenen Leuten“ in ihrer eigenen Umgebung aufgesucht und dort bei ihren Problemen abgeholt.
Erst durch Maßnahmen der Vertrauensbildung können die Bedürfnisse und besonderen Probleme der Betroffenen kennengelernt werden, um entsprechende individuelle oder gruppenorientierte Hilfen und Beratungsangebote entwickeln und vermitteln zu können.
Vertrauensbildung
In geeigneten Räumlichkeiten veranstalten wir einen „Jugendclub“ für russischsprachige jugendliche Migranten/innen, der zwei- bis dreimal in der Woche stattfindet. Dieser Schutzraum dient als Basis der sozialpädagogischen Arbeit. Bei der Gestaltung von Freizeitangeboten für die Gruppe werden die gemeinsamen und individuellen Probleme, Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigt.
Soziale Gruppenarbeit
In der sozialen Gruppenarbeit werden über die Reflexion von Werten und Verhaltensweise Lernprozesse initiiert. Über das unmittelbare persönliche Erfahren von Solidarität und Gemeinschaftsgefühl, dem Kennenlernen von Stärken und Schwächen, der Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Person sowie der Gruppe, werden alternative Denk- und Handlungsmuster erlernt.
Einzelhilfe
Ein wichtiger Ansatz besteht auch darin, Beziehungen zu einzelnen Jugendlichen aufzubauen, die nicht über die Gruppe erreichbar sind. Hierbei ist die Kontaktaufnahme mit Eltern, Lehrern oder anderen Ansprechpartnern aus ihrem Umfeld erforderlich.
Erlebnispädagogik
Durch lebendige und erfahrungsreiche Lernansätze entdecken die Jugendlichen ihre Talente in den Bereichen:
Fotografie – Handwerk – Kunst - Medien – Musik – Sport – Theater.
Öffnung
Im nächsten Schritt erfolgt die Öffnung der Gruppenstrukturen. Die Jugend-Clubs werden weiterhin durchgeführt. Jedoch werden die russischsprachigen Jugendlichen dazu animiert, auch an anderen Angeboten teilzunehmen, so dass der Austausch mit anderen Jugendlichen frühzeitig stattfinden kann.
Ausgangslage
Die regionalen Zeitungen berichteten im Bezug auf russischsprachige Jugendliche in 2005 und in der ersten Jahreshälfte 2006 vermehrt über eine besorgte Bevölkerung hinsichtlich der Ereignisse, die sich im Bereich des Rathausparks in Meerbusch Osterath zugetragen haben.
Nach Auskunft der Polizei Meerbusch gab es in den vergangenen zwei Jahren über 40 Vorkommnisse mit russischsprachigen Jugendlichen im Stadtgebiet Meerbusch. Die festgestellten Delikte reichen von Ruhestörungen, Diebstahl, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz bis zu Fällen von schwerer Körperverletzung. Eine Vielzahl dieser Delikte ereignete sich im Bereich Rathauspark in Osterath. Die Polizei berichtete zudem, dass die Brutalität der Übergriffe zugenommen hat.
Bis vor kurzem gab es mehrere informelle Treffpunkte an denen sich russischsprachige Jugendliche regelmäßig trafen. Es zeigte sich, dass die Jugendlichen zum Teil aus dem Kreisgebiet und den umliegenden Städten zu den jeweiligen Treffpunkten in Osterath und Büderich, an denen sich verschiedene Cliquen russischsprachiger Jugendlicher versammelten, kamen. Die verstärkte Präsenz der Polizei und restriktive Maßnahmen führten dazu, dass sich die Jugendlichen von ihren angeeigneten Treffpunkten zurückgezogen haben.
Die Polizei verzeichnet allerdings auch in der letzten Zeit einen leichten Rückgang der Kriminalität bei der Gruppierung. In der Vergangenheit, Sommer 2006, führte die häufige Polizeipräsenz zu Verminderung der „Aktivitäten“ der so genannten „Russen“ im Stadtgebiet. Die Jugendlichen sind nicht mehr an ihren Treffpunkten anzutreffen, so die Polizei.
Auftrag für AVP
Im Frühjahr und Sommer 2006 tagte mehrmals der Jugendhilfe- und Sozialausschuss der Stadt Meerbusch, um sich dem oben beschriebenen Problem mit den russischsprachigen Jugendlichen auseinander zu setzen. Das Gremium, dem Vertreter/innen der Stadtverwaltung, Jugendfreizeit-einrichtungen, Polizei, und der Parteien angehören, entschied schließlich, dass der Verein AVP eine geeignete Konzeption ausarbeiten und durchführen soll.
Die Stadt Meerbusch, Jugendamt Fachbereich 2 Soziale Hilfen und Jugend, beauftragt AVP sich der Situation der russischsprachigen Jugendlichen anzunehmen. Der Verein wird ab dem 01.07.2006 bis zum 31.06.08 befristet auf 24 Monate für die Stadt Meerbusch tätig. AVP übernimmt die zusätzliche Sozialarbeit mit russischsprachigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund in Meerbusch.
Analyse der Struktur der Cliquen
Die Jugendlichen, die auf dem Abenteuerspielplatz anzutreffen waren, sind vorwiegend aus Büderich. Eine männliche Person war mit ihrem Auto aus Krefeld dorthin gekommen. Die Altersspanne reicht von 14 bis 22 Jahre. Insgesamt trafen sich zehn Jugendliche vor Ort, darunter viele Mädchen.
Laut der Gruppe versammeln sich die russischsprachigen Jugendlichen aus Meerbusch auf dem Abenteuerspielplatz. Viele fahren jedoch auch nach Neuss oder Krefeld. Die Jugendlichen treffen sich fast jeden Tag am Abenteuerspielplatz. Am Wochenende ist die Gruppe immens größer. Oft wird am Treffpunkt Alkohol getrunken, oft auch bis spät in die Nacht. An Wochenenden dient der Spielplatz zudem als Treffpunkt, um von dort aus zu der russischen Disco nach Neuss zu fahren.
Die russischsprachigen Jugendlichen aus Büderich zeigen die typischen Muster von auffälligen Jugendlichen mit Integrationsschwierigkeiten:
•Perspektivlosigkeit.
•Starker Alkoholkonsum.
•Sie bleiben unter sich.
•Sie haben keine Anbindung an Freizeiteinrichtungen und Sportvereine.
Inaugenscheinnahme der Treffpunkte vor Ort
Die AVP Arbeitsgruppe ist in den letzen Monaten mehrfach in den Stadtteilen Büderich und Osterath zu strukturierten Stadtteilbegehungen unterwegs gewesen. Relevante Informationen über mögliche Treffpunkte wurden unter anderem von der Polizei Meerbusch gegeben. Die Örtlichkeiten wurden zu Tages- und auch zu Abendzeiten aufgesucht. Die Ergebnisse werden nachfolgend nach Stadteilen vorgestellt.
Begehungen in Meerbusch Osterath
• Rathauspark
• Ladeplatz einer verlassenen Fabrik (gegenüber dem Bahnhofsweg)
• Fröbelstraße
• Eichendorfstraße, Spielplatz
• Am Hoterhof
• Montessoristraße
Ergebnis: Niemanden angetroffen.
Begehungen der Umgebung Rathauspark
• Strümper Straße
• Fröbelstraße
Ergebnis: Niemanden angetroffen
Genauere Erkundung des Spielplatzes an der Fröbelstraße:
Am Spielplatz haben wir folgende Müllreste gefunden
• Sechs Packungen Zigaretten
• Jeweils eine Packung Eistee und Chips
• Deckel einer Flasche „Wodka Gorbatschow“
• Erbrechensreste und Spuckreste
Begehungen von folgenden Straßen:
• Am Hoterhof
• Realschule am Hoterhof
• Montessoristraße
• Comeniusstraße
• Leibnizstraße
• Paul-Klee-Straße
• Max-Ernst-Straße
Keine Hinweise auf informelle Treffpunkte.
Begehungen Rathauspark:
Im Park wurden drei einheimische Jugendliche angetroffen und kurz angesprochen. Sie berichteten, dass russischsprachige Jugendliche in diesem Park nicht mehr anzutreffen seien. Behauptet wurde, dass sich die russischsprachigen Jugendlichen jetzt auf dem Ladeplatz einer verlassenen Fabrik (gegenüber dem Bahnhofsweg) treffen.
Begehungen in der Umgebung Rathauspark
• S-Bahn-Linie Unterführung
• Winkler Weg
• Hauptschule
• Korn Straße
Keine Hinweise auf informelle Treffpunkte.
Tankstelle Meerbuscher Straße
Aus einem Gespräch mit der Tankwärterin wurde der AVP Arbeitsgruppe bekannt, dass an der Tankstelle alkoholische Getränke bis 23.00 Uhr gekauft werden können. Wodka gibt es hier in vier verschiedenen Sorten. Die Tankwärterin hat den AVP Mitarbeitern berichtet, dass junge russischsprachige „erwachsene“ Kunden an der Tankstelle öfters Alkohol kaufen. Sie hat auch auf den nahe liegenden Spielplatz Insterburgerstraße in der Nähe der Kleingartenanlage in Osterath aufmerksam gemacht und gab an, dass die Jugendlichen sich dort oft aufhalten. Die Erkundung des Spielplatzes ergab, dass sich in Ecken Spuren zeigten, die darauf hinweisen, dass sich Jugendliche dort aufhalten könnten.
Die Stadteilbegehungen in Büderich
Besuch von fünf Spielplätzen.
• Ein Spielplatz, Hermann-Unger-Allee, kann eventuell von den Jugendlichen besucht werden.
• Drei Spielplätze, Lerchenweg, Finkenweg und Sonnenweg sind nur für Kinder benutzbar und zu klein.
• Der Abenteuerspielplatz, Frankenweg, wurde zwar als möglicher Treffpunkt benannt, doch wurde bei der ersten Begehung niemand angetroffen. Die zweite Begehung des Abenteuerspielplatzes brachte ein positives Ergebnis. Es wurde eine Clique von russischsprachigen Jugendlichen angetroffen.
Ergebnisse sind mit der Nadelmethode auf Kartenmaterial festgehalten.
Weitere mögliche Aufenthaltsorte
Durch die Begehungen konnte der Treffpunkt am Abenteuerspielplatz in Büderich ermittelt werden. Nach Auskunft der Jugendlichen fahren viele nach Neuss oder Krefeld weil sie sich aus Meerbusch vertrieben fühlen oder auch konkrete Platzverweise durch die Polizei erhalten haben.
Des Weiteren haben uns die Jugendlichen erzählt, dass es noch andere russischsprachige Gruppen gibt, die sich oft in der Nähe der Fröbelstrasse aufhalten. Die Jugendlichen erzählen uns von einer Gruppe, die sich in Osterath trifft und von denen es bekannt ist, dass sie mit Drogen zu tun haben. Die Jugendlichen aus Büderich kennen zwar Jugendlichen aus Osterath, haben aber wenig Kontakt. Zum einen liegt es daran, dass die Osterather älter sind, und wie vermutet, werden „harte“ Drogen konsumiert.
Jugendfreizeiteinrichtungen in Meerbusch
In der Stadt Meerbusch sind es zwei Jugendfeizeiteinrichtungen, die Angebote für unsere Zielgruppe bereithalten. Im Sky Club in Osterath sind die Angebote für Kinder ausgerichtet.
Eduard Zadzakov vom Sky Club in Osterrath berichtete in der lokalen Presse: „Die Gemeinde gibt sich große Mühe russischsprachige Kinder und Jugendliche zu integrieren. Bei Kindern ist es uns gut gelungen. Schwierigkeiten machen insbesondere Jugendliche, die kaum deutsch sprechen und mit falschen Vorstellungen über das Leben hier in Deutschland angekommen sind. Sie bleiben unter sich.“
Die zweite Jugendfreizeiteinrichtung in Lank-Latum hatte bereits einen regelmäßigen Treffpunkt für die russischsprachigen Jugendlichen etabliert. Im Sommer 2005 löste sich die Gruppe allerdings auf. Im Vorfeld gab es eine Schlägerei in dem Jugendclub.
Die Jugendlichen haben der AVP Arbeitsgruppe darüber erzählt, dass die früheren Treffen im Club Atrium, die donnerstags stattfanden, sehr angenehm waren und dass regelmäßig bis zu 30 Leute kamen. Nach dem aber gemischte Gruppen mit russischen und deutschen Jugendlichen gebildet wurden, kam es immer wieder zu Konflikten und irgendwann zu einer Schlägerei in der Disco. Danach suchten die Jugendlichen den Club nicht mehr auf. Bis auf wenige Jugendliche hatten alle anderen Hausverbote.
Atrium Mitarbeiter hierüber:
„Nach den Sommerferien 2005 funktionierte es nicht mehr, weil die Jugendlichen nicht mehr gekommen sind. Bis dahin kamen 20 – 30 russische Jugendliche, im Alter von 19 – 24 Jahren, regelmäßig in die Einrichtung. Die Gründe für das Fernbleiben der Jugendlichen lagen zum einen daran, dass einige dem Club entwachsen sind, eine Arbeitsstelle gefunden haben oder dass Familien gegründet wurden. Sehr viele Jugendliche sind sicherlich auch aufgrund der Prügelei nicht mehr gekommen. Einem Jugendlichen musste Hausverbot erteilt werden.“
Angebot
In Kooperation mit der Jugendfreizeiteinrichtung Atrium in Lank-Latum startet AVP einen neuen Versuch einen regelmäßigen Treffpunkt für russischsprachige Jugendliche in der Freizeiteinrichtung zu etablieren und sie so von der Straße zu holen. Die Jugendlichen vom Abenteuerspielplatz in Büderich, denen das Angebot unterbreitet wurde, freuen sich sehr über die Möglichkeit sich an einem Ort zu treffen, wo sie sich frei bewegen und unterhalten können.
Die Jugendfreizeiteinrichtung Atrium bietet AVP ihre Räumlichkeiten an, um an einem Abend einen Jugendclub für russischsprachige Jugendliche durchführen zu können. Der Jugendclub findet jeweils freitags von 18.00 bis 22.00 Uhr statt.
1. Treffen:
Die Eröffnungsparty des Jugendclubs „Labyrinth“ für russischsprachige Jugendliche.
Trotz des schlechten Omens (die Eröffnungsparty fand am Freitag den 13. Oktober statt) für die oft abergläubischen russischsprachigen Mitbürger/innen, kann die Eröffnungsparty als Erfolg bezeichnet werden.
Bericht der AVP Arbeitsgruppe:
„Um 18:00 Uhr kamen die ersten Jugendlichen. Insgesamt waren 18 Jugendliche auf der Party, davon waren es acht Mädchen.
Von 18:00 – 19:30 Uhr haben wir mit den Jugendlichen im DJ Raum ein paar Lieder abgemischt und etwas getanzt. Danach haben wir uns in der Cafeteria versammelt, uns einander vorgestellt. Die Jugendlichen wurden über unsere Regeln im Club Labyrinth informiert und über unsere Ideen bezogen auf weitere Treffen und Ausflüge für die Zukunft mitgeteilt.
Darüber hinaus haben wir noch Hamburger gemacht und einen Saftcocktail gemixt.
Nach dem Essen haben sich die Jugendlichen im Jugendclub amüsiert. Sie spielten Tischtennis, Billard, Kicker, surften im Internet oder unterhielten sich. Am Ende haben die Jugendlichen gesagt, dass sie sehr froh darüber sind, dass sie jetzt einen Treffpunkt haben, dass sie viel Spaß gehabt haben. Sie haben sich bedankt und gesagt, dass sie auf jeden Fall nächsten Freitag wiederkommen.“
2. Treffen im Atrium am 20.10.2006. Freitag von 18.00 – 22.00 Uhr
Bericht der AVP Arbeitsgruppe:
„Die Jugendlichen kamen 45 Minuten später (3 Mädchen und 2 Jungs) später kam noch ein Junge und noch 30 min. später noch zwei Jugendliche. Das waren die Jugendlichen aus Büderich, die auch letzte Woche da waren. Alle Jugendliche waren zu einem Geburstag eingeladen, deswegen mussten sie früher gehen. Als die Jugendliche gegangen waren, kamen noch zwei aus Lank-Latum, Alter 23-25, die wollten sich nur umschauen. Die erste Frage war, ob wir hier Bier verkaufen würden, und wann die erste Disko stattfinden würde.“
3. Treffen im Atrium am 27.10.2006. Freitag von 18.00 – 22.00 Uhr
Bericht der AVP Arbeitsgruppe:
„Um 18.30 Uhr sind die ersten Jugendlichen aus Lank-Latum zu uns in den Club gekommen. Die Jugendlichen aus Büderich, diejenigen die bislang kamen erschienen nicht. Wir vermuteten die Jugendlichen an ihrem Treffpunkt Abenteuerspielplatz und trafen sie dort auch am gleichen Abend noch an. Sie haben dort Alkohol getrunken, um sich so auf die Disko in Neuss einzustimmen. Wir erklärten ihnen, dass der Jugendclub für sie eingerichtet wurde, was auch verstanden wurde. Die Jugendlichen versprachen, dass wenn sie das nächste Mal nicht kommen werden, dass sie zumindest vorher telefonisch absagen.“
4. Treffen im Atrium am 03.11.2006. Freitag von 18.00 – 22.00 Uhr
Bericht der AVP Arbeitsgruppe:
„Bereits um 18.30 Uhr waren 14 Jugendlichen im Atrium. Die meisten davon, waren zum ersten Mal im Jugendclub und fast alle waren aus Osterath. Die Osterather sind älter als die Jugendlichen aus Büderich. Einige Zeit später erschienen auch die bereits bekannten Büdericher Jugendlichen. Es gab keinerlei Probleme zwischen den Gruppen aus Osterath und Büderich. Es wurde zusammen gekocht und alle hatten großen Spass miteinander. Ingesamt waren über 20 Jugendliche im „Labyrinth“, davon waren sieben Mädchen.
Es zeigte sich an diesem Abend, dass die Mundpropagnada bereits zu greifen beginnt. Es spricht sich herum, dass im Atrium in Meerbusch Lank-Latum ein Jugendclub für russischsprachige Jugendliche eingerichtet wurde.“
Reflexion und Ausblicke
Die erste Kontaktaufnahme mit den russischsprachigen Jugendlichen kann als Erfolg gewertet werden. Weitere Kontaktarbeit, im Sinne von aufsuchender Jugendarbeit und Streetwork wird weiterhin durchgeführt. Insbesondere gilt es abzuklären, ob sich noch weitere Cliquen an informellen Treffpunkten in Meerbusch aufhalten.
Mögliche weitere Treffpunkte in Osterrath:
•Fröbelstraße
•Spielplatz Insterburgerstraße
•Fabrikgelände gegenüber dem Rathauspark
Der Jugendclub „Labyrinth“ in der Jugendfreizeiteinrichtung Atrium in Meerbusch Lank-Latum wird bislang gut angenommen. Ziel ist es in den nächsten Wochen den Jugendclub „Labyrinth“ fest zu etablieren.
Der Vertrauensaufbau soll über die Freizeitangebote gelingen. Geplant sind neben der gemeinsamen Freizeitgestaltung, kreative Angebote im Bereich Musik, Theater und bildende Künste. Insofern sich eine feste Gruppe im Jugendclub eingefunden hat, kann auch über Freizeitfahrten nachgedacht werden.
Sobald genügend Vertrauen zwischen der AVP Arbeitsgruppe und den Jugendlichen besteht werden Beratungsangebote eingeführt. Hierbei handelt es sich um Einzelfallhilfen für die Sprachförderung und Berufsberatung, sowie Familienhilfen.
Stundenanpassung
Vertraglich wurde zunächst von einem Stundenkontingent von fünf Stunden pro Woche und pro Mitarbeiter ausgegangen. Tatsächlich werden seit dem 01.07.06 zwei AVP Mitarbeiter/innen eingesetzt, die einen Einsatz von neun Stunden pro Person und Woche leisten.
Die Stundeneinteilung ergibt sich wie folgt:
•Pro Mitarbeiter und Woche werden neun Arbeitsstunden abgeleistet.
•Davon fallen vier Stunden Jugendarbeit im Jugendclub an, plus eine Stunde für die Vor- und Nachbereitung.
•Zwei Stunden sind für die Planung und Teambesprechungen notwendig.
•Weitere zwei Stunden werden pro Woche und Mitarbeiter für die aufsuchende Jugendarbeit, Streetwork, verwendet.





















